Vertrauen Sie Ihren Mitarbeitern?

Neulich schrieb mein Kollege Christian seine Gedanken zum Homeoffice nieder und der damit einhergehenden, großen Frage: Vertrauen Sie Ihren Mitarbeitenden?

Haben Sie schon einmal vom Pygmalion Effekt gehört? Robert Rosenthal und Lenore F. Jacobson wiesen experimentell nach, dass ein Lehrer, dem suggeriert wird, einige Schüler seien besonders begabt, diese unbewusst so fördert, dass sie am Ende auch faktisch ihre Leistungen steigern. Umgekehrt verhält es sich ebenso und ähnlich mit dem Teufelskreis „mangelndes Vertrauen – Kontrolle – noch weniger Vertrauen“. Woran liegt das? In der Regel haben wir es mit Mitarbeitenden zu tun, die im privaten Leben Großartiges vollbringen: Häuser bauen, in der freiwilligen Feuerwehr sind, sich in Vereinen engagieren etc.; warum traue ich ihnen nicht zu, dass sie verantwortungsvoll ihrer Arbeit nachgehen?

Ich kontrolliere oder möchte kontrollieren, wenn ich nicht vertraue. Doch warum traue ich nicht? Vermeide ich böse Überraschungen, wenn ich anderen mit Skepsis begegne? Machtspiele, Konkurrenzdenken und Schuldzuweisungen sind häufig Ausdruck mangelnden Vertrauens. Wenn ich Mitarbeitende führen will, muss ich mich selber führen. Kann ich anderen vertrauen, wenn ich mir selbst nicht vertraue?

Vertrauen ist Ausdruck gut funktionierender Beziehungen. Um Vertrauen zu fördern, sollte ich also an Beziehungsarbeit ansetzen, sprich: Ehrlichkeit, (emotionale) Kommunikation, Fehler zugeben, Geduld und Authentizität.

Doch damit nicht genug! Im besten Fall machen Ihre Mitarbeitende das, was sie sollen – wofür Sie sie eingestellt haben – sobald Sie aus dem Haus sind. Wollen und sollen ist also identisch. Das heißt, wir setzen noch tiefer an: denn neben dem Gefühl, dass vertraut wird, geht es um Sinn der Arbeit und Motivation.

Noch mal zurück zum HomeOffice. Eine Regelung wie „Jeden Freitag dürft ihr Homeoffice machen“ ist absurd. Denn hiermit geht es weder um Vertrauen, noch um Flexibilität!

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Katrin Sulmann (Senior Beraterin – sulmann@ecco.de)

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Was der Umgang mit Homeoffice über die Haltung der Führungskraft aussagt

 

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© Nathan Riley | Unsplash, CC0

Viele Führungskräfte tun sich schwer damit, Homeoffice in ihrem Bereich oder Betrieb zu akzeptieren. Das ist erstaunlich: Auf der einen Seite wird von den Mitarbeitenden maximale Flexibilität verlangt. Auf der anderen Seite wird den Mitarbeitenden eben diese nicht mal temporär zugestanden.

Über die möglichen Gründe für die Zurückhaltung beim Thema Homeoffice kann man viel diskutieren. In der Regel geht es aber oft nur um dieses Thema: fehlendes Vertrauen. Der Mitarbeitende könnte ja statt zu arbeiten Kaffee trinken oder auf seiner Terrasse sitzen – oder beides gemeinsam. Man kann ihn da ja nicht kontrollieren.

Das ist des Pudels Kern und sagt viel über die Haltung der handelnden Führungskraft aus. Mein Volkswirtschaftsprofessor hat mal gesagt: Vertrauen ist ein Wirtschaftsfaktor. Da hat er recht. Denn fehlendes Vertrauen kostet Geld, viel Geld und im schlimmsten Fall gute Mitarbeitende. Und das geht so:

Das Menschenbild der Führungskraft ist negativ: Mitarbeitende sind ihrer Meinung nach in der Regel leistungsunwillig und brauchen daher Druck und Kontrolle. Entsprechend geführt, werden leistungsbereite Mitarbeitende zunehmend demotiviert – und erfüllen damit letztendlich die Prophezeiung der Führungskraft. Ein Teufelskreis.

Auch weil erwiesenermaßen die ganz große Mehrheit der Mitarbeitenden bei Arbeitsantritt voll motiviert ist. Die Führungskraft richtet also ihr Führungsverhalten an der sehr kleinen Zahl der leistungsunwilligen Mitarbeitenden aus und vernichtet so mit fehlender Wertschätzung und Misstrauen die Motivation der Mehrheit.

Das ist unnötig. In Zeiten agiler Unternehmen, in denen von den Mitarbeitenden immer mehr Verantwortungsüberahme gefordert wird, funktioniert traditionelle Kontrolle sowieso nicht mehr oder würde unbezahlbar teuer.

In Zukunft können Unternehmen nur mit hochmotivierten Mitarbeitenden überleben. Und die bleiben in einem Unternehmen nur, wenn man ihnen vertraut.

Ach ja: Homeoffice. In einem Unternehmen, wo man Mitarbeitenden vertraut, stellt sich die Frage nicht mehr. Es ist egal, ob ein Mitarbeitender zuhause auf seiner Terrasse sitzt und dabei Kaffee trinkt, oder wieviel Zeit ein Mitarbeitender mit seiner Arbeit verbringt – so lange er herausragende Ergebnisse erzielt. So einfach ist das.

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Christian Tönne (Geschäftsführer – toenne@ecco.de)

Was ist SharePoint?

ScreenHunter_24 Feb. 15 13.55SharePoint ist ein von Microsoft konzipiertes Produkt, welches kostenlos bezogen werden kann – es wird in der Basisversion („Foundation“) mit Microsoft Windows Servern mitlizensiert und ist für Unternehmen nicht nur deswegen beliebt, sondern auch weil der Funktionsumfang sowie Bedien- und Anpassbarkeit sehr hoch sind.

Die Funktionen umfassen Möglichkeiten der Zusammenarbeit von Mitarbeitenden und Partnern über Dokument- und Bildbibliotheken, Wiki-Seiten, Listen mit Integrationsmöglichkeiten in Outlook-Aufgaben,  Kalenderfunktionen und -Kontakten:

  • Im Dokumentenmanagement können Funktionen, wie die Bearbeitung und Filterung von und nach Metadaten, dem Ein- und Auschecken sowie dem Veröffentlichen, Genehmigen oder Freigeben von Dokumenten die Arbeit erleichtern. Darüber hinaus stehen Benachrichtigungsfunktionalitäten und die Versionierung von Bibliothekselementen zur Verfügung.
  • SharePoint bietet Portalseiten als Webseiten, die von überall her abrufbar sind. Getrennte Bereiche, sowie Blogs, Diskussionen oder Umfragen sind ohne jegliche Software-Installation möglich.
  • Umfangreiche Suchfunktionen, die über die klassische „google“-Suche hin-ausgehen, filtern den Inhalt nach Metadaten, Freigaberechten, Daten sowie Nutzern an sich.
  • Business-Intelligence-Funktionen, die Unternehmensdaten erfassen und aufbereiten, um sie den entsprechenden Zielgruppen zur Verfügung zu stellen (bspw. Key-Performance-Indikatoren).
  • Individualisierungsfunktionen, wie die Automatisierung von Prozessen, Formulare, Customizing und Schnittstellenanpassung.

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Jens Heinemann (Berater – heinemann@ecco.de)